Ein Land aus Blut und Staub.
Das ist Red Valley. Rot wie das Blut in der Schlucht des ewigen Kampfes.
Seit 1861 lodert ein Krieg, der niemals erlosch. Ein Krieg, der Männer zu Monstern machte, Helden zu Legenden und das ganze Land zu einer klaffenden Wunde. Nun schreiben wir das Jahr 1899 – und noch immer reicht kein Blick weit genug, um irgendwo Frieden zu sehen.
Wer kämpfen konnte, trug die Farben seines Landes. Die Armeen im Feld: erschöpft, aber diszipliniert, geformt aus Generationen, die nichts anderes kennen als Marsch, Feuer und Verlust. Und weil Forschung wie Industrie seit Jahrzehnten im selben Kreis laufen, kämpfen sie noch immer mit Waffen aus den frühen Tagen des Krieges: Musketen, Säbeln, Revolvern. Schwarzpulver, Stahl und nackter Überlebenswille. Jede Kugel ein Gebet. Jeder Schuss ein Echo der Vergangenheit.
Zwischen Süd und Nord führen zwei Männer ein Land, das längst in sich selbst zerbricht. Präsident Alfred MacAlister hält im Süden unbeirrbar an alter Ordnung und vergilbtem Stolz fest. Präsident Thaddeus Waxman führt die Union im Glauben an Einheit und Fortschritt – auch wenn der endlose Krieg sein Volk ausbluten lässt. Zwei Präsidenten, zwei Visionen – und ein Amerika, das seit Jahrzehnten zwischen Staub und Blut gefangen ist.
Im Süden klammert sich Lemoyne an Traditionen und ein Bild von Ehre, das im Feuer der Jahre längst verblasst ist. New Austin nennt sich konföderiert, doch in Wahrheit herrschen dort Kriegsherren, Gesetzlose und jene, die zu viel verloren haben, um noch Hoffnung zu tragen. Die Wüste vergisst niemanden – sie verschlingt nur leiser als die Kanonen.
Im Norden hingegen liegt das Dakota-River-Territorium – ein Land, das noch nicht weiß, was es werden soll. Eine junge Verwaltung, kaum älter als die letzten Kampagnen, ringt mit Siedlerkonflikten, Grenzstreitigkeiten und inneren Unruhen. Hier verläuft kein klarer Frontverlauf, nur zerrissene Ortschaften, verfeindete Interessengruppen und endlose, ungezähmte Weiten. Die U.S. Army ist hier präsenter als irgendwo sonst im Norden – nicht um zu erobern, sondern schlicht, um Ordnung zu wahren. Ihre Patrouillen ziehen durch die Täler des Dakota River, bewachen Depots, lösen Streitigkeiten, trennen verfeindete Gruppen – und verhindern, dass die Region vollständig im Chaos versinkt. Ohne sie würde das Territorium als erstes kippen.
Ambarino, ein unorganisiertes Territorium – ein Land ohne Behörden, ohne Verwaltung, ohne staatliche Ordnung. Hier wachen die Native Americans über die rauen Ebenen und Bergpässe, stolz und unbeugsam. Keine Regierung erhebt Anspruch, kein Amt setzt Regeln durch. In Ambarino gilt nur das Gesetz der Wildnis – und das derer, die seit Jahrhunderten auf diesem Boden leben.
In Blackwater erhellt elektrisches Licht die Straßen, während außerhalb der Städte Blut im Schlamm versickert und Hoffnung für ein paar Dollar verkauft wird. Züge fahren, wenn Saboteure müde sind. Postkutschen rollen, wenn Banditen zu langsam sind. Gesetzeshüter gibt es nur wenige – und die, die es gibt, sind weniger Diener des Rechts als Werkzeuge der Politik. Wer nicht tut, was von ihm verlangt wird, spürt den Revolver schneller im Rücken, als er den Blick heben kann. Und Gesetze? Ein Mythos – gültig bis der Erste den Colt zieht.
Dies ist kein Amerika, das geheilt werden kann. Dies ist ein Amerika, das überlebt werden muss.
Willkommen in Red Valley.
Wo Geschichte nicht geschrieben – sondern erkämpft wird.

